1. Einleitung – Wo sind wir hier?

Das Bezirksmuseum Josefstadt befindet sich in der Schmidgasse 18 und ist im ehemaligen Gemeindehaus der Vorstadt Josefstadt untergebracht. Die Josefstadt wurde 1850 als eigener Bezirk nach Wien eingemeindet – und genau diese Entwicklung bildet den Kern der Ausstellung.

Das Museum selbst existiert seit 1938, wurde aber nach dem Krieg neu aufgebaut und mehrfach erweitert. Heute umfasst es rund 500 m² Ausstellungsfläche.

2. Die Dauerausstellung – Geschichte der Josefstadt

Gleich beim Eingang beginnt die Reise durch die Bezirksgeschichte.

Hausnummern & Konskriptionsnummern

Im Stiegenhaus hängen originale Konskriptionsnummern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese Nummern wurden ab 1770 unter Maria Theresia eingeführt und sind die ältesten systematischen Hauskennzeichnungen Wiens.

Entwicklung des Bezirks

Die Ausstellung zeigt:

  • Die Vorstadt Josefstadt im 18. Jahrhundert
  • Die Eingemeindung 1850
  • Die starke Bautätigkeit im 19. Jahrhundert
  • Die kulturelle Blütezeit um 1900
  • Die Veränderungen nach 1945

Dazu gibt es Pläne, Modelle, Fotos und Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten.

3. Schwerpunkt: Theater & Musik in der Josefstadt

Die Josefstadt ist seit über 200 Jahren ein Kulturbezirk – und das Museum dokumentiert das eindrucksvoll.

Theater in der Josefstadt

  • Gegründet 1788
  • Eines der ältesten noch bespielten Theater im deutschen Sprachraum
  • Im Museum sieht man historische Theaterzettel, Kostüme, Programmhefte und Fotos berühmter Schauspielerinnen und Schauspieler.

Musikalische Schätze

Der Bezirk war Heimat vieler Musiker – und das Museum besitzt echte Raritäten:

Bösendorfer-Flügel von ca. 1866

  • Stand im Besitz des Operettenkomponisten Franz von Suppé (1819–1895)
  • Ein Instrument aus der Frühzeit der Firma Bösendorfer
  • Ignaz Bösendorfer selbst begann seine Lehre in der Josefstadt

Klavier von Edmund Eysler

  • Eysler (1874–1949) war einer der erfolgreichsten Operettenkomponisten seiner Zeit
  • Sein Klavier steht heute im Museum

Josef Matthias Hauer (1883–1959)

  • Pionier der Zwölftonmusik
  • Das Museum zeigt Fotos, Notenblätter und sogar seine Totenmaske

4. Die Josefstädter Bühnen

Ein eigener Bereich widmet sich den Bühnen des Bezirks:

  • Theater in der Josefstadt (seit 1788)
  • Kabarett Niedermair (gegründet 1980)
  • Vienna English Theatre (gegründet 1963, ältestes englischsprachiges Theater Europas)

Hier sieht man Plakate, Bühnenfotos, Programmhefte und Erinnerungsstücke.

5. Sonderausstellungen

Im Erdgeschoss gibt es jährlich wechselnde Themen. Beispiele der letzten Jahre:

  • „Die Harnoncourts und der Concentus Musicus“ – frühe Jahre des Ensembles (ab 1953)
  • „Frauen in der Josefstadt“ – Biografien von 1850 bis heute
  • „Handwerk im 8. Bezirk“ – Werkzeuge, Fotos, Gewerbegeschichte

Diese Ausstellungen wechseln regelmäßig und bringen immer neue Aspekte des Bezirks ans Licht.

6. Der Festsaal – Kulturraum seit dem 19. Jahrhundert

Der klassizistische Festsaal stammt aus der Zeit um 1820–1830. Heute wird er genutzt für:

  • Konzerte
  • Lesungen
  • Vorträge
  • Präsentationen

Damit bleibt das Museum ein aktiver Kulturort – nicht nur ein Archiv.

7. Fazit – Was sieht man im Bezirksmuseum?

Man sieht:

  • 300 Jahre Bezirksgeschichte
  • Originalobjekte aus Alltag, Kultur und Handwerk
  • Musikalische Raritäten wie den Suppé‑Flügel
  • Theatergeschichte von 1788 bis heute
  • Wechselnde Sonderausstellungen
  • Einen historischen Festsaal, der bis heute bespielt wird

Kurz gesagt: Das Bezirksmuseum Josefstadt ist ein kleines, aber unglaublich dichtes Kulturarchiv des 8. Bezirks – ideal für alle, die Wien wirklich verstehen wollen.